Pain Pour Nickel auf k1 (Kampnagel)

Im guten deutschen Pumpernickel ist der Legende nach eine gehörige Portion Abfälligkeit enthalten: Pumpernickel – das war ursprünglich die spöttische Bezeichnung für ein Schwarzbrot, das Napoleon gerade mal gut genug als Futter für sein Pferd Nickel erschien – Pain pour Nickel eben, aber kein echtes Brot. Auch in der Debatte um HipHop gibt es diese abwertenden Zuschreibungen: Ja, Underground – aber keine echte Kultur, Krach – aber keine Musik, ein Trend, eine exzentrische Mode – das alles ist irgendwie HipHop – aber doch bitte keine ernstzunehmende Form des künstlerischen Ausdrucks!

Der Choreograf und Tänzer Lorca Renoux und der Visual Artist Vladimir Cruells arbeiten mit der Masterclass an einer weiteren Tanztheaterproduktion der HipHop Academy: Pain Pour Nickel. Unterstützung erhalten die beiden Künstler von Can Gülec (Tanz), Marc „Sleepwalker“ Wichmann (Producing) und Tasek (Graffiti).

An der Schnittstelle zwischen HipHop und Tanztheater haben sie mit äußerst sparsamen Mitteln eine Inszenierung erarbeitet, die klassische Elemente wie Tanz, Rap, DJing und Graffiti jenseits der klischeehaften Vorstellungen zeigt. „Pain pour Nickel“ stellt eine Verbindung von HipHop zu anderen Formen urbaner Kultur wie Tango oder Salsa her, die alle mit geringem Einsatz starke Stimmungen erzeugen und Gefühlen einen unmittelbaren Ausdruck verleihen.

Über vier Wochen haben die Künstler mit Studenten der Masterclass ihr Stück entwickelt und die Talente der Jugendlichen in den Produktionsprozess integriert. Entstanden ist ein Stück, das mit lässiger Selbstverständlichkeit HipHop in die lange Geschichte afro-amerikanischer Kultur einreiht und als das zeigt, was es ist: Eine selbstbewusste, energiegeladene Haltung, die sich aller Abfälligkeit entzieht.

[Quelle: http://www.hiphopacademy-hamburg.de]

Written by Can Gülec

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